50 Jahre Abitur – dieses besondere Jubiläum nahmen wir „Mädels“ des Abiturjahrgangs 1973 als Anlass für ein Wiedersehen an unserer alten Schule, dem Comenius Gymnasium. Nach 9- jähriger Schulzeit hatte uns OStD Walter Habersetzer dort im festlichem Rahmen unserer Abschlussfeier die lang ersehnten Reifezeugnisse überreicht.
Nun, nach vielen Jahren, freuten wir uns, das uns so vertraute Gebäude wiederzusehen. Es war gerade Schulfest (Juli 2023). Ganz herzlich wurden wir von Oberstudienrätin Birgit Paster, die mit ihrem Team die Organisation bestens im Griff hatte, mit einem Gläschen Sekt im Schulhof begrüßt. Bei der anschließenden Schulhausführung durch den stellvertretenden Schulleiter StD Alexander Krämer bekamen wir einen Einblick in den Stand der Schulhaussanierung und der modernen Ausstattung der neuen Klassenzimmer. Im „alten“ Chemiesaal entdeckten wir eine alte Bildtafel des Periodensystems, bestimmt noch ein Relikt aus unserer Zeit.
Je länger wir uns in den ehrwürdigen Hallen aufhielten, umso mehr kehrte die Erinnerung zurück, umso mehr Anekdoten fielen uns zu unseren Lehrern ein. Vor unserem geistigen Auge sahen wir unsere Zeichenlehrerin Mausi in ihrem weißen von unzähligen Pinselstrichen übersäten Kittel durch den großen Zeichensaal schweben. Unser liebenswerter Mathelehrer Viertel fiel uns ein, der sich mit Engelsgeduld bemühte, uns in die Geheimnisse der Mathematik einzuführen. Zu seinem tiefsten Bedauern ist es ihm nicht bei allen gelungen. Durch die Oberstufe begleitete uns als Klassleiter Adalbert Zimmermann, der unsere Deutsch-, Literatur- und Geschichtskenntnisse bis heute geprägt hat. Ihm haben wir auch zwei wunderbare Klassenfahrten nach Wien und Prag zu verdanken.
Während der Führung gab es immer wieder Gelegenheit, sich über unsere Schulzeit auszutauschen und Erinnerungen aufzuwärmen.
In manchen Räumen glaubten wir unsere alten Klassenzimmer wiederzukennen, in denen wir uns immer wohlgefühlt hatten. Und dieser Raum im Erdgeschoss musste unser ehemaliges Raucherzimmer gewesen sein. Wir haben uns so erwachsen gefühlt, als wir in der Oberstufe dort unsere Pausen verbringen und in den Freistunden ins Café Bredl gehen durften, das gleich um die Ecke lag. Beide Institutionen gibt es heute nicht mehr.
Am Ende der 12. Klasse wurde es dann stressig. Das Vorabitur stand vor der Tür. Gott sei Dank wurden in der Nacht vor Prüfungsbeginn alle Abituraufgaben gestohlen und die Prüfungen um 14 Tage verschoben. Ein Jahr später dann die nächste Panne beim Matheabitur: Eine Aufgabe war unlösbar. Insgesamt mussten in 4 Hauptfächern Prüfungen geschrieben werden und in Religion!!!!
Wohlbehütet wie wir alle aufgewachsen sind, wollten wir nach dem Erhalt des Reifezeugnisses weg von zuhause, die Welt sehen und selbstverständlich studieren. Geprägt hat uns die Zeit am Comenius Gymnasium allemal, unsere Schule hat uns Wurzeln, aber auch Flügel gegeben. Lustigerweise haben sich 19 von 24 Abiturientinnen für den Lehrberuf entschieden.
Der Tag voller Erinnerungen und interessanter Gespräche fand bei einem geselligen Abendessen seinen Ausklang. Schön war’s, Nostalgie pur!

